Die Welt des Amateurfunks erkunden: Die Geschichte des P34-Clubs in Albstadt

Die Welt des Amateurfunks erkunden: Die Geschichte des P34-Clubs in Albstadt

– Wie eine Gruppe von Funkenthusiasten in den Tiefen der Schwäbischen Alb die Welt verbindet


【Titelgeschichte】Funkpioniere auf der Schwäbischen Alb

In Albstadt, Baden-Württemberg, thront auf dem Raichberg eine Gruppe geheimnisvoller Funkantennen. Hier liegt das „Signalfort“ des P34-Amateurfunkclubs, dessen Mitglieder über Funkwellen mit der ganzen Welt kommunizieren.

Im Oktober 2024 installierten die Clubmitglieder unter starkem Wind das neue 450-MHz-Connect-Antennensystem auf dem Raichberg-Turm, um ein Notfallkommunikationsnetz für Energieversorger aufzubauen. Dahinter steht die Leidenschaft der Funker für Technik – sie bewahren eine „retro“ Art der globalen Verbindung im digitalen Zeitalter.


【Geografische Perspektive】Albstadt: Ein natürliches Labor für Funktechnik

Albstadt liegt auf der Hochebene der Schwäbischen Alb, deren zerklüftete Landschaft einst ein Albtraum für Funksignale war. Doch der P34-Club machte daraus einen Vorteil:

  • Relaisstation Raichberg (DB0RAB): Auf 956 Metern Höhe mit einer Reichweite von über 100 km, ein Schlüsselpunkt in Baden-Württemberg.

  • Feldbasis in Bitz: Ein umgebauter Bauwagen mit Multiband-Antennen dient als „Dschungellabor“.

„Die Kalksteinlandschaft reflektiert Signale – wir können sogar auf 160-Meter-Band mit Amerika kommunizieren“, erklärt Clubveteran Erhard Blersch (Rufzeichen DB2TU).


【Menschen und Geschichten】Von Ingenieuren zu Schülern: Ein vielseitiger Club

Der 1970 gegründete P34-Club hat heute 76 Mitglieder. Ihre Aktivitäten lesen sich wie eine Technik-Chronik:

  • Mittwochs-Funkrunde: Jeden Mittwoch um 19:45 Uhr treffen sich Mitglieder auf 438,9125 MHz, danach geht es auf Jitsi weiter.

  • Weihnachtsfunkessen: Im Dezember 2024 aßen 29 Mitglieder Sauerkraut und Wurst und funkten Morse-Weihnachtsgrüße.

  • Jugendprojekte: Schüler bauen mit Arduino den Funkroboter „Albtraum“.

„Wir spielen nicht nur mit Antennen – 2023 testeten wir erfolgreich das MeshCom4-Notfunknetz für den Blackout-Fall“, erklärt Technikleiter Klaus.


【Expeditionslogbuch】Funk-Herausforderungen unter Extrembedingungen

1. 160-Meter-Wettbewerb unter Polarlichtern

Im Februar 2024 nahm der Club am CQ-WW-160-Meter-Contest teil. Bei -10°C bauten sie eine Inverted-L-Antenne in Bitz auf – und fingen überraschend Signale aus Norwegen ein.

2. Sonnensturm-Alarm

Im Mai 2024 traf ein G5-Sonnensturm die Erde. Mitglied Ute Kern fotografierte Polarlichter über der Alb (siehe Bild), während Kurzwellen ausfielen. „Wir schalteten sofort auf 70-cm-FM-Relais um.“


【Technikarchiv】P34s „Geheimwaffen“

Gerät Verwendung Geschichte
Diamond X5000 Dreiband-Antenne Im Juli 2024 mit Hubsteiger montiert
LilyGo LoRa Notfall-Textkommunikation Reichweite: 15 km, Kosten: 55 €
DB0RAB-Relais 70-cm-FM/DMR-Dualmodus 2023 neu aufgebaut, deckt die Alb ab

【Zukunftspläne】2025: Grenzenlose Signale

  • 19. April: Osteraktion „BWA“, Ziel: Top 3 in Deutschland.

  • 27.–29. Juni: HamRadio-Messe in Friedrichshafen mit QSL-Kartendrucker.

  • Langfristig: Satellitenstation auf dem Raichberg für EME-Funk (Erde-Mond-Erde).


【Reiseführer】Wie besucht man P34?

  • Clubabend: Jeden 3. Freitag im Monat, 20 Uhr, Klubheim in Albstadt (Konrad-Adenauer-Str. 119).

  • Special: Begleitung zur Raichberg-Antennenanlage (körperliche Fitness erforderlich!).

„Funkwellen sind die letzte freie Grenze.“ – P34-Vorsitzender Bernd Hailfinger (DG1GHY)


(Der Autor begleitete P34 im Oktober 2024 bei Antennenarbeiten. Fotos von Mitglied Jürgen DG2SAX)

【Weiterführendes】

  • Deutscher Amateur-Radio-Club (DARC)

  • „Notfunk: Von der Theorie zur Praxis“ (P34-Technikhandbuch)

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