Ulmer Funkamateure: Mehr als nur ein Hobby von gestern

Ulmer Funkamateure: Mehr als nur ein Hobby von gestern

Ulm – In einer Zeit, die von digitaler Vernetzung und modernster Kommunikationstechnologie geprägt ist, mag der Amateurfunk für Außenstehende wie ein Relikt aus vergangenen Tagen erscheinen. Doch weit gefehlt! Der Ortsverband Ulm (P14) des Deutschen Amateur-Radio-Clubs e.V. (DARC) beweist eindrücklich, dass das Hobby des Funkens auch im 21. Jahrhundert nichts von seiner Faszination verloren hat – und weit mehr zu bieten hat als mancher denkt.

Die Mitglieder des Ortsverbands Ulm sind keineswegs technikferne Nostalgiker. Ganz im Gegenteil: Sie sind Technikbegeisterte mit breitem Wissen und großem Interesse an den Möglichkeiten der drahtlosen Kommunikation. Viele von ihnen sind beruflich in technischen Bereichen tätig, für andere war die früh entdeckte Begeisterung für Technik sogar ausschlaggebend für die Berufswahl. Was sie alle eint, ist die Faszination für das "Herumspielen und Ausprobieren von Technik-Kram", wie sie es selbst nennen. Und ein besonderer Reiz liegt dabei für sie in der drahtlosen Übertragung von Informationen.

Von Morsetasten und modernen Mikrocontrollern

Wer an Amateurfunk denkt, hat oft die klassische Morsetaste vor Augen. Und tatsächlich hat diese auch heute noch ihre Berechtigung, wie die Ulmer Funkamateure erklären. Doch das Spektrum des Hobbys ist weitaus breiter. Es reicht von traditionellen Funktechniken bis hin zu modernen digitalen Betriebsarten und experimentellen Projekten.

Ein eindrucksvolles Beispiel für die Innovationskraft des Ortsverbands ist der Arduino-Grundlagenkurs, den sie für Mitglieder und Freunde anboten. Über mehrere Wochen hinweg vermittelten erfahrene Funker die Grundlagen der Mikrocontroller-Programmierung am Beispiel des Arduino. Ein anspruchsvolles Unterfangen, das am Ende jedoch für alle Teilnehmer eine wertvolle Horizonterweiterung und neue Erfahrungen brachte.

Technik-Talks und spannende Projekte

Um ihr Wissen stetig zu erweitern und sich über aktuelle Entwicklungen auszutauschen, veranstaltet der Ortsverband Ulm regelmäßig sogenannte "Tech-Talks". Dabei präsentieren Mitglieder ihre Bastel- und Forschungsergebnisse oder laden externe Experten ein, über Themen zu referieren, von denen die Ulmer Funker noch wenig oder gar nichts wissen. Diese Vorträge liefern oft neue Ideen für eigene Projekte und fördern den Wissensaustausch innerhalb des Vereins.

Die Bandbreite der Projekte ist beeindruckend und zeugt von der Kreativität und dem Erfindergeist der Mitglieder. So experimentierten sie beispielsweise mit AREDN (Amateur Radio Emergency Data Network) und Hamnet, um im Falle eines Stromausfalls ein unabhängiges Kommunikationsnetzwerk aufzubauen. Ein spannendes Unterfangen, das zeigt, dass Amateurfunk auch in Krisensituationen eine wichtige Rolle spielen kann.

Mehr als nur ein Hobby: Gemeinschaft und Austausch

Neben der technischen Seite spielt auch der Gemeinschaftsaspekt eine wichtige Rolle im Ortsverband Ulm. Die Mitglieder treffen sich regelmäßig zum OV-Abend, um sich auszutauschen, zu fachsimpeln und neue Projekte zu planen. Auch spontane Bastelrunden werden gerne organisiert. Wer die Ulmer Funkamateure treffen möchte, hat dazu vielfältige Möglichkeiten – sei es beim monatlichen Treffen in der Gaststätte Lixpark, bei einem der wöchentlichen Funkrunden auf verschiedenen Frequenzen oder per E-Mail über den Verteiler des Ortsverbands.

Eine Ausstellung im Kornhaus als Zeitreise

Wie lebendig und vielfältig der Amateurfunk in Ulm schon vor Jahrzehnten war, zeigt ein Blick zurück in die Geschichte des Ortsverbands. Im August 1978 fand eine vielbeachtete Amateurfunkausstellung im Ulmer Kornhaus statt. Engagierte Ulmer Funkamateure präsentierten damals ihr Hobby einem breiten Publikum – mit beeindruckenden Exponaten, Live-Funkbetrieb und einer auffällig installierten Drahtantenne zwischen Kornhaus und Volkshochschul-Gebäude. Ein besonderer Hingucker war ein Big-Lift Mast auf einem PKW-Anhänger, der eine Richtfunkantenne trug und mitten auf dem Kornhausplatz stand. Diese öffentlichkeitswirksame Aktion brachte dem Hobby nicht nur breites Interesse, sondern auch einige neue Funk-Kollegen.

Fazit: Amateurfunk in Ulm ist lebendig und zukunftsorientiert

Der Ortsverband Ulm (P14) beweist eindrücklich, dass Amateurfunk auch im digitalen Zeitalter ein faszinierendes und relevantes Hobby ist. Die Mitglieder sind technikbegeistert, experimentierfreudig und engagiert. Sie nutzen moderne Technologien, um ihre Leidenschaft auszuleben und gleichzeitig einen wertvollen Beitrag zur Gemeinschaft und möglicherweise auch zur Notfallkommunikation zu leisten. Wer sich für Technik, drahtlose Kommunikation und den Austausch mit Gleichgesinnten interessiert, findet im Ortsverband Ulm eine lebendige und offene Gemeinschaft.

Kontakt und weitere Informationen:

Wer mehr über den Ortsverband Ulm (P14) erfahren möchte oder sich für das Hobby Amateurfunk interessiert, ist herzlich eingeladen, Kontakt aufzunehmen:

Hermann Schumacher (Ortsverbands-Vorsitzender, OVV) DF2DR Nelly-Sachs-Straße 87 89134 Blaustein E-Mail: Bitte nutzen Sie zur Kontaktaufnahme die Auswahl "Mail an uns" auf der Webseite.

Weitere Informationen zum Ortsverband Ulm (P14) und zum Amateurfunk allgemein finden Sie auf der Webseite des Vereins: https://www.darc.de/der-club/distrikte/p/ortsverbaende/14/

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